Chancenwerk zu Besuch an der Gesamtschule an der Erft

Seit Anfang November arbeitet Chancenwerk in der Lernförderung in Neuss mit der Gesamtschule an der Erft und der Janusz-Korczak- Gesamtschule zusammen. Der Gründer von Chancenwerk, Murat Vural, besuchte zuletzt die Gesamtschule an der Erft nachdem die Lernkaskade dort nach zwei Monaten schon gut angenommen wird. Der geschäftsführende Vorsitzende schaut den Schülern deshalb einmal dabei zu, wie sie einander in Neuss Hilfe geben und Hilfe nehmen.

Studenten, ältere und jüngere Schüler nehmen und geben Hilfe an der Gesamtschule an der Erft in Neuss.

Zehn ältere Schüler aus dem zehnten und elften Jahrgang helfen an der Neusser Gesamtschule ihren jüngeren Mitschülern aus den Klassen 5 bis 7. Dafür erhalten die Schüler der höheren Jahrgänge ihrerseits Nachhilfe, zum Beispiel durch die beiden Studentinnen Marwa und Sara Alkazaz, die das Projekt an der Gesamtschule an der Erft betreuen. Safa ist 24 Jahre, lebt in Neuss und studiert in Duisburg Wirtschaftspädagogik. Zwei Mal in der Woche kommt sie in die Gesamtschule an der Erft wie auch ihre
Schwester Marwa, die allerdings ihr BWL-Studium schon beendet hat. “Wir sehen hier schnell Erfolge, sowohl bei den älteren Schülern als auch bei den kleinen”, sagt sie. Gefragt sind insbesondere die Fächer Mathematik, Spanisch und Englisch. Jeder Schüler führt ein Lerntagebuch.

Tatsächlich berichten die Schüler bereits von ihren Erfolgserlebnissen: Resa aus der Klasse 5 sagt, er habe habe nun bessere Noten in Mathematik und Englisch. Ähnliches berichten die Freundinnen Yasmin und Leonie, beide aus dem sechsten Jahrgang. Die Lernförderung beim Chancenwerk mache ihnen zudem mehr Spaß als eine außerschulische Nachhilfe, die sie früher einmal besucht haben. „Dort habe ich mich einfach nicht so wohl gefühlt, im Chancenwerk sind die Studenten und älteren Schüler alle sehr nett“, so die zwölfjährige Leonie. „Hier können wir uns alle gegenseitig unterstützen und ich traue mich schneller etwas
nachzufragen.“

Grüne Briefe, statt blaue Briefe: Als positiven Verstärker erhalten ihn alle Kinder, die sich ganz besonders in der Lernförderung angestrengt haben.

Einige Schüler der höheren Jahrgänge unterstützen ehrenamtlich wie zum Beispiel Marie aus der Klasse 10: „Ich wollte helfen und es macht mir großen Spaß.“ Sie selbst lerne dabei auch etwas: „Dadurch, dass ich meinen jüngeren Mitschülern etwas erkläre, wiederhole ich viele Inhalte, die Bestandteil meiner Zentralen Abschlussprüfung sind“, erzählt die 15-Jährige Marie. Auch Jessica aus dem zehnten Jahrgang, ebenfalls 15 Jahre alt, hilft den Kleinen gerne: „Zu sehen wie sich die Kinder verbessern, erzeugt in mir ein Glücksgefühl. Zuletzt habe ich einer Schülerin von einer Vier auf eine Zwei verholfen. Ich möchte später beruflich mit Kindern arbeiten. Meine Unterstützung im Chancenwerk sehe ich als wichtige Erfahrung“, so die 15-Jährige.
Außerdem nimmt sie Förderstunden in Englisch mit den Studenten, die Chancenwerk stellt. Mithilfe von ihnen, bereitet sie sich auf die Oberstufe vor.

Elsbeth Faber, Schulleiterin der Neusser Gesamtschule, sieht für die “Großen” noch einen anderen Vorteil als den, dass sie mit Hilfe der Studenten ihre Leistungen verbessern: „Sie lernen Verantwortung zu tragen. Dadurch wird auch ihr Selbstbewusstsein gestärkt.”

An der Janusz-Korczak- Schule sind es 16 Oberstufen- und 27 Unterstufenschüler, die bis heute das Angebot nutzen. Nicolas Ertmann ist pädagogischer Koordinator bei Chancenwerk und zuständig für die beiden Neusser Schulen. Er hofft, dass bald noch mehr im Rhein-Kreis Neuss das Förderkonzept des Vereins übernehmen.

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