Gemeinsam lernen an der Realschule Lünen-Brambauer – die ersten Monate

„Die Rückmeldung unter den Schülerinnen und Schülern war gewaltig“, berichtet Benjamin Vogel, Organisator der Übermittag-Betreuung an der Realschule Lünen-Brambauer. Seit Ende September helfen jeden Montag und Donnerstag zehn Oberstufenschülerinnen & -schüler 25  Mitschülerinnen & -schülern aus der Unterstufe 90 Minuten beim Lernen in Mathematik, Englisch, Deutsch und all den Unterrichtsfächern, die jungen Menschen eben Probleme bereiten können. Eine besonders hohe Nachfrage besteht im Fach Mathematik.

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Schülerinnen und Schüler der Lernförderung mit Benjamin Vogel (m.) und Olga Klobuk (m.)

Beim Betreten des Unterrichtsraums wird sofort deutlich, wie selbständig die Lernförderung unter den Schülerinnen & Schülern passiert: In der einen Ecke gehen die Kinder gemeinsam die Hausaufgaben durch, in der anderen sitzt ein Schüler noch ohne Beschäftigung an seinem Platz, wird daraufhin aber sofort von einer älteren Schülerin animiert gemeinsam ein Diktat zu üben. Auf Nachfrage äußert er sein aktuelles Problem, nämlich einen Bericht für das Unterrichtsfach Deutsch zu schreiben.

Altersnahe Vorbilder
Die Schülerinnen & Schüler sind alle in derselben Situation und können sich so gegenseitig besser helfen“, sagt Olga Klobuk, Schulkoordinatorin von Chancenwerk e.V. und verantwortlich für die pädagogische Umsetzung. Benjamin Vogel ergänzt: „Außerdem haben die Kinder wirklich Spaß an dem Ganzen und einige Schülerinnen & Schüler machen nun im Unterricht viel besser mit, da sie an Selbstvertrauen gewonnen haben“. Vanessa Lantermann, eine der älteren Schülerinnen in der Lernförderung, benötigt ebenfalls ein bisschen Unterstützung in Mathematik: „Wir üben sehr intensiv, ich bin schon gespannt auf meine nächste Arbeit.“ Im Gegenzug hilft sie an diesem Tag dem jüngeren Nils beim Vokabeln lernen: „Ich mache das sehr gerne, so kann ich auch anderen zeigen, wie es geht“, so die 14-Jährige.

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Schulkoordinatorin, Olga Klobuk (v.r.) mit Schülerin.

Für den Gemeinschaftssinn
Ebenfalls zum Projekt gehören zwei gemeinsame Ausflüge. Ende Dezember ging es gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen der Willy-Brandt-Gesamtschule Bergkamen und der Gesamtschule Gartenstadt Trampolin springen. „So lernen sich die Kinder auch schulübergreifend untereinander kennen. 66 Schülerinnen & Schüler waren dabei“, erzählt Ergün Yalcin, Pädagogische Koordinationskraft für die Städte Unna, Bergkamen und Lünen. Er steht der Schulkoordinatorin beratend und anleitend zur Seite.

Kooperation zwischen der Realschule und Chancenwerk e.V.
Die Realschule hatte sich schnell für das Konzept der Lernkaskade von Chancenwerk e.V. entschieden: „Überzeugt hat uns neben dem Wissenstransfer, dass die Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Schülerinnen & Schüler gesteigert wird“, berichtet Benjamin Vogel. „Wir hoffen, dass Chancenwerk ein Langzeitprojekt wird und die derzeit jüngeren Kinder dann selbst wieder Nachhilfe geben“, so der Mathematik-Lehrer. Derzeit sieht es danach auch aus, denn die Eltern sowie die Schülerinnen & Schüler sind alle sehr zufrieden mit der Lernförderung. „Auch die Kooperation zwischen der Schule und Chancenwerk läuft sehr gut“, erklärt Ergün Yalcin.

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